Wiederholung

Ich weiß nicht, wie gut das andere Menschen auch kennen: es scheint sich alles zu wiederholen, vor allem das, was einem in der Vergangenheit viel bedeutet hat und noch immer nicht - im Wissen, dass es allerdings besser wäre - getilgt worden ist. So befindet man sich in einer Wiederholung, in einer Schleife, in einem niemals zu Ende gehenden Konflikt. Ein Konflikt, der Ausdruck darin findet, dass man sich versucht zu distanzieren, von der Welt zu entkoppeln. Dies beinhaltet die Hoffnung, dass, was einem nahegeht irgendwann verschwindet und man so drum herum kommt, aktiv zu handeln. 

Doch es ist ein Trugschluss zu meinen, dass etwas einfach verschwindet, wenn man sich nicht damit beschäftigt und klare Grenzen zieht, welche so deutlich und klar sind, das, wenn sie übertreten werden, konsequenzen nach sich ziehen, die die Unerbitterlichkeit der eigenen Entschlossenheit bezeugt. So sollte einem bewusst sein - und mit bewusst ist wirklich bewusstes nachdenken gemeint, womit eine Intentionalität einhergeht -, dass man sich nicht einfach passiv verhalten und abwarten kann, sonder aktiv tätig werden muss. Aktiv tätig werden, Gedanken machen, etwas beschliessen, Absichten festlegen und entsprechend - was dem Menschen vollkommen eigen zu sein scheint - handeln.

Handeln. Es ist etwas merkwürdiges. Eine gewisse Einstellung und eine relevante Überzeugung zu besitzen, sodass man überhaupt motiviert ist, etwas zu tun, dass sich als handeln bezeichnen lassen würde. Meist fehlt es nicht an den Einstellungen beispielsweise einem Wunsch, doch an der Überzeugung. Wünschen kann man sich schlicht und ergreifend viel - und ehrlich gesagt ist im Begriff Wunsch impliziert, was die Überzeugung nicht selten trifft: ein Wunsch ist mit den zur verfügung stehenden Mitteln nicht immer zu realisieren, worunter die Überzeugung schwer leidet.

Ein Wusch. Wie ist es zu beschreiben, was für eine Entität ist es schon, und viel wichtiger: welche Verbindung hat es zur Welt? Ein Wunsch, entgegen wollen, ist nicht immer zu realisieren, oder man ist nicht gewillt, die Mittel zu ergreifen, die notwendig wären, um das Ziel, also das Objekt des Wunsches, zu erreichen. Spricht man von wollen ist man aus einer begrifflich-analystischen Wahrheit dazu verpflichtet, alle Mittel, die notwendig und möglich sind zu ergreifen. Ist man dazu nicht bereit und spricht von wollen, wird man schnell der Lüge überführt.

Doch welche Verbindung hat ein Wunsch noch zur Welt? Weniger eine Verbindung, eher eine Funktion, ein Verhältnis von Geist, dem der Wunsch entspringt, und der Welt, in der wir leben: wunschen wir etwas - handeln vielleicht sogar - gibt es keine moralischen Wert - es darf erstmal alles gewünscht werde -, man kann ihm, dem Wunsch, kein Wahrheitsprädikat zuordnen, aber vor allem, es ist dem Wunsch nicht eigen, aber zumindest ist es ein Kriterium, sorgt der Wunsch dafür, dass wir eine Einstellung einnehmen, die die Disposition besitzt, die Welt unseren Wünschen nach zu ändern. 


------- Fortsetzung folgt --------

27.4.12 13:11

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