Vergangenes I

Die Eröffnung der Erinnerungen...



Wenn ich so recht darüber nachdenke, dann kann ich nicht verstehen wieso ich schon wieder hin bin. Ich habe doch erst ein Profil gelöscht um jeder Erinnerung aus dem Weg zu gehen, welche ich jemals angelegt hatte, um zu vergessen, einfach nur zu vergessen... und nun bin ich bereit mich zu quälen, mich meinen Erinnerungen zu ergeben in aller Hoffnung auf eine Art Reinigung - Läuterung.



Die Zeit vergeht schnell und selten bemerkt man jene rasante Entwicklung, welche sich um uns tut. Gestern noch war man klein, spielte fröhlich im Kindergarten, unbeschwert, fern aller Realität, gefangen in seiner eigenen kleinen Welt, an welcher soviele andere beteiligt waren und man selbst an den Welten der anderen beteiligt war, sodass eine Verschmelzung stattfand. Die Realität, der Ernst des Lebens schien so fern. Doch die Zeit holt einen Menschen schnell ein... schneller verliert man den Hang zu seiner Welt, die man sich mühevoll aufbaute, um Freude und Spaß zu empfinden trotz oftmals so aufbrausender Katastrophen. Bedient man sich heute solcher Welten, solcher Zufluchten gilt man jedoch als Verrückt oder kindisch und das obwohl man allgemeingültig festhalten sollte, dass nur jene Menschen glückliche Menschen sein können, die ihr inneres Kind mit allen Mitteln verteidigen. Stirbt das Kind, so stirbt das Leben mir - den die Vergangenheit stirb - und das einzige was man dann von sich selbst nocht vorfindet ist die reine Existent. Eine Existenz jedoch ist nichts weiter als die Grundbasis der physiologischen und psychologischen Grundbedürfnisse. Schlafen, essen, fortpflanzung. Ein solches leben ist wem dienlich? Nicht sich selbst. Es dient ausschliesslich der Erhaltung. Also sollte man Kind bleiben, denn so verlernt man nicht zu geniessen, was sich einem bietet - die kleinen Freuden des Lebens. Ein Beispiel hierfür ist eine Situation, welche ich letztens selbst erleben durfte. Ich war mit zwei Freundinnen auf einem Mittelalterfest. Es gab viele interessante Sachen, sowohl für Klein wie Groß. Für die Kleinen war ein Spielplatz mit Stoh aufgetürmt, die Eltern saßen außerhalb und beobachteten. Aufgrund des kleinen Kindes welches in mir mit der Sehnsucht erwachte dort spielen zu wollen, griff ich beide Freundinnen und wir tummelten uns im Stroh - spielend mit den Kindern. Erst dann wandelte sich die Situation... Die Eltern wurden froher, kamen in das getümmel mit hinein und spielten mit ihren Kindern. Sie hatten Freude. Freude an der Einfachheit des Spielens...



Einst sagte eine Freundin zu mir: " Das Leben lohnt sich nur soweit, wie man wagt, Kind zu bleiben."



Sie hat recht. Das Leben selbst wird mit zunehmendem Alter hektischer, verantwortungsbeladener und nichts scheint mehr Freude zu machen, außer jene Kapitalistischen Anlagen, welche grundsätzlich einen guten, aber stressigen, meist auch nicht wirklich erfüllenden Beruf voraussetzen. Ich sage euch: Geniesst jeden Moment in vollen Zügen. Geniesst den Regen auf eurer Haut, die Sonnenstrahlen, die euch liebkosen. Betrachtet Menschen und ihr Lächeln, ihre Augen, wie sie strahlen. Mit zunehmenden Alter verlernt man die Kleinigkeiten, die kleinen Wunder, zu sehen und das obwohl sie in der Kindheit das schönste waren; die Naivität, der Wissensdurst, die Entdeckerlaune und vieles, vieles, wirklich vieles mehr....

12.2.12 18:49

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