Vergangenes IV

Was einst so klar schien; eine Entscheidung, die man aufgrund gewisser Umstände als Konsequenz des gesamten zog und glaubte, es würde ewig halten, der Schmerz würde nachlassen und die Splitter der Seele würden irgendwann heilen, entwickelt sich innerhalb weniger Tage zur einer - so könnte man meinen - Fehleinschätzung. Die Entscheidung der Distanz und des Vergessens wandelt sich zur Ignoranz der Vergangenheit und seiner eigenen Prinzipien gegenüber. Ich kann nicht verstehen, wie man etwas aufgibt, was einen vor noch nicht all zu lange Zeit davor bewahrte sterben zu müssen. Wie kann mich nur so sehr selbst verraten und glauben, dass es keine Konsequenzen hätte? Warum tut man dies? Ist es aus Abhängigkeit, aus Angst oder vielleicht doch aus Liebe? Jede gestelle Frage verlangt eine korrekte Antwort, welche meist jedoch neue Fragen aufwirft und so sollte man vielleicht verzichten, Antworten zu bekommen. Lebt man andererseits in Unwissenheit so drohen die Fragen einen Menschen zu verschlingen, so lange, bis von ihm nicht mehr übrig ist, als der leblose Klumpen Fleisch, der zwar zur existenz ausreicht, nicht aber zum sinnlichen leben.

 


"Stillstand ist aller Dinge Tod", so sagte es einst eine Freundin. Was jedoch ist Stillstand. Wie muss man diesen doch recht leichten Begriff definieren, um zur Allgemeingültigkeit zu kommen, die man benötigt, um zu erkennen, wie fatal die Annahme ist, dass ein Griff in die Vergangenheit so manchen Fehler ausbügeln, so manche Situation verbessern könnte. Könnte man eine Bewegung als Stillstand definieren? Ja, das könnte man tatsächlich. Betrachtet man die Möglichkeit, dass man sich im Kreis bewegt und so, im endeffekt, immer wieder dort angelangt, wo man zu Anfang war, ist es eine Art des bewegten Stillstandes. Bewegt man sich gar nicht, tritt nur auf der Stelle, so ist es mit Sicherheit Stillstand. Wir sehen, dass der "Tod" selbst dort lauert, wo man zunächst glaubte, sicher zu sein.


 


Aus dem Mund, ohne zu denken:


 


Es geht um mich, um Menschen, die ich niemals vergessen werde und die Tatsache, dass ich einige von ihnen so sehr liebe, dass ich mir kaum vorstellen kann, was mir mit passieren würde, würde ich sie verlieren. Ich habe wieder Kontakt mit meiner Ex und kann selbst nicht verstehen wieso. Sie hat Dinge getan, für die andere Menschen sie wohl geschlagen hätten; ich hingegen wollte nur meine Ruhe. Die Ruhe ist nun dahin. Es Wäre kein Problem, doch stehen wir uns wieder näher, als es sein sollte, als es vielleicht gut wäre und dennoch, auch wenn ich jene Befürchtung habe, so kann ich nichts dagegen tun. Und obwohl ich jede Sekunde geniesse, so kommen momente auf, in denen ich befürchte, oder glaube zu wissen, dass etwas nicht rechtens ist. Ich kann nicht genau sagen, was mir jene Unsicherheit einflößt, ich kann nicht sagen, wieso sie vorhanden ist und doch macht sie mir sorge, da ich glaube, etwas zu verpassen, da ich fürchte ein wichtiges Detail zu übersehen... Ich kann nicht geradeaus blicken... nicht solange ich nicht verstehe, was ich empfinde...


 


 





 



9.10.07 14:56

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